WUNSCH 246

Stabilität ist in Liechtenstein das Wichtigste und jeder Wunsch impliziert Veränderung, d.h. damit auch Verlustangst. Uns geht es gut, auch in Zukunft wird es uns mit Veränderungen gut gehen. Das muss man unbedingt mit kommunizieren.

In der Gleichstellungsfrage geht hier die Schere sehr auseinander.

Es gibt in vielen Gebieten wie keine klaren Regeln, d.h. man ist einerseits ländlich strukturiert und will sich aber städtisch benehmen, man ist sozial-politisch erzkonservativ, will aber alle Freiheiten geniessen. Klar ist, mit dieser neo-liberalen Wirtschaftspolitik müssen wir wachsen, sonst geht alles abwärts.

Ich frage mich, warum Ausländer hier so als Bedrohung empfunden werden, während z.B. in Luxemburg die Freizügigkeit mit Erfolg praktiziert wird. Die Politiker scheinen hier ins Schwitzen zu kommen, wenn kritische Diskussionspartner ins Feld kommen. Die Zeitungen als Werbeveranstaltungen für zwei Parteien bieten auch keinen wirklich informativen kritischen Diskurs.

Ich wünsche mir Werteveränderung: Gleichheit, Freiheit, Solidarität. In Bereichen wie Geschlechterthematik, Ausländer und Randgruppen. Ich denke, das geht über Bildung. Das bedeutet viel Aufklärungsarbeit. Erasmus und andere EU-Bildungsprogramme sind für uns hervorragend. Es ist sogar zentral für uns, die wir nicht Teil der EU sind, aber mitmachen dürfen und damit den Anschluss an unsere europäischen Nachbarn halten. Auch hilft dieser Entwicklung der Druck von aussen. Das Beispiel dafür wäre unser bisher minimaler Umweltstandard, weil dieser der Wirtschaft schaden würde. Der EU-Konsenz ist aber viel höher. Das führt zu Druck von aussen. Auch hat der Europarat eine Gesetzesänderung verschlagen, um Geldflüsse transparenter zu machen. Es nimmt Bezug auf die Anti-Korruptionsmassnahmen. Da wo Frauen in der Politik aktiv sind, gibt es übrigens einen signifikanten Rückgang an Korruption. Siehe Island.

2017-05-23T12:19:50+00:00