Vaduz, 27.5.-Entscheidungstag

Am 27. Mai 2017 fand das im Rahmen der Ausstellung „Who Pays?“ durchgeführte Kunstprojekt
„Rest-Münz-Aktion“ seinen vorläufigen Höhepunkt. 18 Personen trafen sich im Seitenlichtsaal
des Kunstmuseum Liechtenstein, um gemeinsam zu erarbeiten, wie das während mehrerer
Wochen gesammelte geistige und ökonomische Kapital nun ein- und umgesetzt werden soll.
Insgesamt 341 Wünsche sind so eingegangen, die zunächst nach acht Kriterien gefiltert wurden.
Diese Kriterien (dem Gemeinwohl dienend, generationsübergreifend, durch Originalität
bemerkbar in Liechtenstein und darüber hinaus, integrativ und Austausch fördernd, Potentiale für eine dauerhafte Wirkung bergend, umweltfreundlich, Freude bereitend, grösstmöglicher
Hebeleffekt mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln) waren am 4. Mai von einem
lokalen „Rat der Generationen“ erarbeitet worden. In einem von Michaela Hogenboom-Kindle
und Elias Kindle moderierten Prozess sichtete die „Entscheidungsgruppe“ am Samstag die
verbleibenden 16 Wünsche, identifizierte zentrale Themenfelder und gewichtete die Wünsche
nach Interessen. Nach einem Nachmittag im Open Space-Format wurden fünf Wünsche vertieft
behandelt und deren konkrete Umsetzung beschlossen. Für jeden zu realisierenden Wunsch
übernahm eine der teilnehmenden Personen die Hauptzuständigkeit.
1. Wunsch 1, eine öffentliche Tafel für Essen in Gemeinschaft und in Begegnung
miteinander, soll am Welternährungstag, den 16. Oktober 2017, realisiert werden mit
einer Einladung an alle Bewohnerinnen und Bewohner Liechtensteins. Besonders
überzeugend wirkte hier die Kombination von guter Ernährung, Begegnung im
öffentlichen Raum, sozialem Engagement und dem gemeinsamem Organisieren des
Buffets unter einem Thema mit weltweiter Brisanz. Für die Kommunikation erhält dieser
Wunsch das gesammelte Franken-Restmünz (CHF 494.83).
2. Zu Wunsch 4, Schutz der Landschaft und der Landwirtschaft soll in der Verfassung
sichtbarer werden, beschloss die Gruppe, einen Vorschlag für eine Verfassungsergänzung
zu erarbeiten. Dieser soll zusammen mit den Wünschen der BewohnerInnen
zum Schutz und Erhalt der Natur den politischen EntscheidungsträgerInnen vorgelegt
werden. Für das Erstellen eines Druckerzeugnisses dieses Textvorschlags sowie der
Dokumentation der Wünsche gingen die 218.45 Euro-Restmünz an diesen Wunsch.
3. Wunsch 211, „Ich wünsche mir, dass alle eingegangenen Wünsche auch unseren
Politikern unterbreitet werden“, schloss synergetisch an diesen an, und beschlossen
wurde ein systematisches Unterbreiten der Wünsche an die Landespolitik sowie die
Gemeinden und Vereine.
4. Der an 152. Stelle eingegangene Wunsch nach einem Ort, wo Menschen anderen ihre
Talente vermitteln, ist in Planken bereits Realität. Es wurde vorgeschlagen, dass Planken
zunächst den anderen Gemeinden einen Austausch über die bislang gemachten
Erfahrungen anbietet, um ein solches Konzept möglichst in allen Gemeinden zu
realisieren. Restmünz ist dafür nicht notwendig.
5. Für Wunsch 217, „Ich würde den liechtensteinischen Restmünzberg als Kunstwerk
verkaufen und den Erlös zur Realisierung eines Wunsches nehmen. Das bedeutet
Wertsteigerung auf mehreren Ebenen“ wurden die ca. 6 Kilo Münzen in verschiedenen
Fremdwährungen zur Verfügung gestellt.

2017-06-04T22:38:31+00:00