VADUZ, 11. MAI

Ich habe ein Gespräch mit zwei HoiQuote-Frauen und verstehe mehr von dem politischen Wahl-System hier und warum es für die geeigneten Frauen wirklich eine Frage ist, ihre Zeit evtl. in einem solchen Verfahren zu verschwenden oder doch lieber woanders einfach erfolgreich zu agieren.

Ich lese über die Quote in der Politik in Deutschland:

Die Grünen beschlossen bei ihrer Parteigründung 1979 eine Frauenquote: Mindestens die Hälfte aller Ämter sollen weiblich besetzt sein. Die SPD beschloss 1988 eine 33-Prozent-Geschlechterquote für Ämter und Mandate und steigerte diese 1998 auf 40 %. Die CDU diskutierte im Dezember 1994 einen Anteil von einem Drittel und führte 1996 ein sogenanntes Frauenquorum ein. Die Partei Die Linke beschloss eine Frauenquote, die vorsieht, dass alle Ämter mit einem Frauenanteil von mindestens 50 % besetzt werden, genau wie die Reservelisten zu den verschiedenen Parlamentswahlen. Die Quoten führten dazu, dass die Frauenanteile in den Führungsgremien aller dieser Parteien deutlich über den Frauenanteilen unter den Mitgliedern der jeweiligen Partei liegt. Seit der Einführung von Quotenregelungen ist der Frauenanteil im deutschen Bundestag, der seit der Gründung der Bundesrepublik bis zum Jahre 1987 durchgehend maximal 10% betrug, relativ kontinuierlich angestiegen und beträgt in der geltenden Legislaturperiode 36%. Die CSU hat an ihrem Parteitag am 29. Oktober 2010 beschlossen, dass künftig oberhalb der Orts- und Kreisverbände in den CSU-Gremien 40 % der Ämter mit Frauen besetzt werden. Auf Orts- und Kreisebene gilt die Regelung als unverbindliche Empfehlung.“

Artikel zur Frauenquote auf Wikipedia

Wir sprechen noch über die Strategie der Guerrilla Girls, die mit Humor, Werbung und Statistiken dieses Thema in der Kunst seit 1985 angehen und das mit Erfolg. Die Guerrilla Girls ist eine seit 1985 ursprünglich anonym operierende feministische Künstlerinnengruppe, deren Ziel es ist, Sexismus und Rassismus in der Kunstwelt zu bekämpfen. Die Guerrilla Girls tragen Gorillamasken, um den Fokus auf ihr Handeln und Schaffen zu richten, nicht auf ihre Person als Individuen.

Ich höre noch einen wunderbaren Satz von einer Österreicherin, die sich seit 40 Jahren hier ehrenamtlich in diversen Bewegungen engagiert: „Ich fühle mich sehr geliebt hier, nicht von spezifischen Menschen, aber vom ganzen Feld!“ Ich glaube, ein gemeinsames Engagement für Dinge, die einem am Herzen liegen, das schafft dieses Liebes- und Zugehörigkeitsgefühl.

SB

2017-05-31T10:43:37+00:00