TRIESEN/VADUZ, 26. MÄRZ

Heute ist es bedeckter und ich verbringen den Tag auf dem Ostermarkt und führe lange Gespräche mit einigen Frauen, die aktiv in die Kultur Triesens involviert sind. Das Mittagessen und Kaffee&Kuchen werden gut angenommen, die Händler*innen jedoch klagen, dass fast ncihts verkauft wird. Es wird vielleicht der letzte Ostermarkt hier sein, des gibt so viele parallele Veranstaltungen ähnlicher art in allen anderen Gemeinden, die Menschen sind zudem übersättigt an schönen Produkten und Objekten, es scheint der Bedarf an Handwerksmarkt und Selbstgemachtem gedeckt durch andere Gelegenheiten. Eine der Trachtenfrauen bemerkt zurecht, dass Tradition nicht nur altmodisch und schlecht sei, sondern Gelegenheiten schaffe, die anders anmuten als Begegnungen in Shopping Zentren.

In Schaan bin ich abends in ein Theaterstück eingeladen, „Alice im Wunderland“ vom jungen THEATER liechtenstein. Vollbesetzt ist das Haus und das Stück bemerkenswert inszeniert. Mir rührt der Satz der Eintagsfliege an Alice an: „Es kommt nicht darauf an, wie lange man sich kennt und wieviel Zeit man miteinander verbracht hat,. Es kommt darauf an, wie intensiv die Momente zusammen waren und was für Spuren sie hinterlassen haben.“
Abends im Bus nach Mauren sitzen mit mir mehrere junge Mädchen mit ihren Koffern auf dem Weg nach Vorarlberg. Ich sehe das 1. Mal, was ich bereits gehört habe: Das viele jungen Menschen in den Nachbarländern zur Schule gehen und zum Teil die ganze Woche dort verbringen. Ich denke an die Beobachtung, Wunsch 12, dass viele junge Leute nach dem Studium oder Ausbildung im Ausland nicht nach Liechtenstein zurückkehren.

2017-05-17T12:12:35+00:00