TOSTERS-LIECHTENSTEIN-BUCHS, 1. MAI

Ich wache schon auf mit dem Üben von Harmonie Musikern. Es regnet, es ist kühl, es ist ein richtig ungemütlicher Montag. Ich habe eine Verabredung zu der ich einen Zug von Buchs bekommen muss. Ich fahre also mit dem Rad durch Riet, zu meiner üblichen Bushaltestelle in Mauren, um von dort den Bus nach Schaan zu nehmen, um von daraus den Bus nach Buchs und den Zug nach Zürich zu erwischen. Daraus wird leider nichts. Ich wundere mich erst nach fünf Minuten, warum kein Bus kommt und sehe dann den Zettel, der besagt, dass heute wegen einem Radrennen kein Bus hier verkehrt. Also schwinge ich mich auch aufs Rad und radle mein 1. Mai Radrennen nach Schaan wo mir der 12-er Bus vor der Nase wegfährt. Also radle ich weiter nach Buchs, schliesslich sind es nur sieben Minuten mit dem Bus von Schaan nach Buchs. Dort angekommen, bin ich nass geregnet von aussen und nass geschwitzt unter meinen Regenklamotten. Und der Zug fährt vor mir vor der Nase weg. Mein Drei-Länder-Radrennen unter einer Stunde habe ich erfolgreich absolviert und kann es noch Stunden nicht fassen, dass ich trotzdem nicht wirklich weit gekommen bin. Der Soziologe Hartmut Rosa spricht von unserem Weltreichenweiten-Vergrösserungsdrang, der uns vom Gehen zum Fahren zum Fliegen bewegt, um unseren geographischen Horizont zu erweitern. Unsere Lust und Verlangen, die Welt zu erleben, zu vereinnahmen, zu verstehen.

SB

2017-05-15T14:48:30+00:00