HILTI, 21. APRIL

Immer wieder höre ich das Wort „Wünsche“, das die vorbeigehenden Mitarbeiter*innen ihren Kollegen über dieses Kunstprojekt auf ihrem Marktplatz mitteilen. „Wünsche“ haben so einen Anschein von Märchen. Sagte doch ein Triesenberger gestern, sein deutscher Freund würde Liechtenstein als reales Märchenland beschreiben: Man hat liebe und böse Leute sowie einen Prinzen. Und es funktioniert wie im Märchen: allen geht es gut. Nur dass die Liechtensteiner*innen das als selbstverständlich nähmen und nicht wirklich schätzten.
„Was sind das für Probleme, die wir haben? Doch nicht wirklich gravierende, und dass wir manche Dinge auf Kosten anderer tun, nun ja…“, sagte er zu mir.
Mein Ansatz zum Wünschen und Ideen äussern ist ja ein anderer: Für mich geht es um vorausschauendes Denken, diese menschlich einzigartige Begabung in die Zukunft denken zu können und auch aus der Zukunft heraus Ideen im Jetzt entwickeln zu können. Nicht alle Kulturen auf der Welt praktizieren diese Gabe. Die Mitarbeiter*innen von Hilti erlebend, deren Gesprächsfetzen aufschnappend, assoziere ich diese Art von vorausschauendem Imaginieren, wie man von Punkt A nach Punkt B gelangt, durchaus berücksichtigend, was denn am besten für die Menschheit sein könnte und nicht nur für den Profit oder die Sache, da keine Sache ohne Umraum existiert.

SB

2017-05-04T16:58:52+00:00