Blogbeiträge Rest-Münz-Aktion 2017-03-31T18:57:30+00:00

ALLE BLOGBEITRÄGE ZUR REST-MÜNZ-AKTION

KUNSTMUSEUM, 2.JUNI – AUSGEZÄHLT

Aloha ihr Lieben,
ich hatte am Freitag noch die restlichen Münzen gezählt.
Anbei die vollständige Auflistung:

1 Rappen: 134 Stk. / 201 gr.
2 Rappen: 115 Stk. / 345 gr.
5 Rappen: 1279 Stk. / 2546 gr.
10 Rappen: 691 Stk. /1773 gr.
20 Rappen: 587 Stk. / 2351 gr.
50 Rappen: 139 Stk. / 310gr.
1 Franken: 59 Stk. / 260 gr.
2 Franken: 42 Stk. / 369 gr.
5 Franken: 11 Stk. / 145 gr.

1 Cent: 819 Stk. 1910 gr.
2 Cent: 877 Stk. / 2631 gr.
5 Cent: 684 Stk. / 2740 gr.
10 Cent: 490 Stk. / 2157 gr.
20 Cent: 332 Stk. / 1927 gr.
50 Cent: 30 Stk. / 233 gr.
1 Euro: 14 Stk. / 104 gr.
2 Euro: 7 Stk. / 59 gr.

Mischmünz: 7224 gr.

Herzlichst, David-Johannes

Rückschau, 27. MAI-11. JUNI

Die Rest-Münz-Aktion – Sammeln wir unser Ideen-Kapital ist ein Projekt der Künstlerin Susanne Bosch, realisiert im Rahmen der Ausstellung Who Pays?. Zwischen Anfang März und Ende Mai 2017 tourten zwei mobile Sammelstellen von Gemeinde zu Gemeinde durch ganz Liechtenstein.
In ihnen konnte man nicht nur Restmünz einwerfen, sondern insbesondere auch Ideen und Wünsche für Zukunft und Gemeinwohl in Liechtenstein hinterlassen. Die dahinterstehende Idee ist: Das gesammelte Restmünz kann zur Realisierung noch nicht realisierter Ideen und Wünsche eingesetzt bzw. ungenutztes geistiges Kapital durch ebenso ungenutztes ökonomisches Kapital nutzbar gemacht werden. Neben den Sammelstellen reiste auch die Künstlerin selbst als «Ohr am Menschen» mit unzähligen Gesprächen und Begegnungsformaten durch das Land.
Mit dem Ende der Ausstellung Who Pays? widmet das Kunstmuseum Liechtenstein seinen Seitenlichtsaal in einer zweiwöchigen Rückschau der Rest-Münz-Aktion als vielgestaltigem sozialen Prozess. Das Projekt wird vom Aspekt des Sammelns bis hin zu einer Reihe von Kriterienfindungs- und Wunschauswahl-Formaten abgebildet. Zu sehen sind nicht nur Objekte aus der Aktion, wie die zwei Sammelstellen, sondern auch eine Dokumentation des gesamten Prozesses in Form zahlreicher Fotos, Audio-, Zeitungs- und Videoausschnitte. Susanne Boschs Projekt am Kunstmuseum Liechtenstein ist Teil einer Reihe von Arbeiten, die deutschlandweit u.a. in Berlin, Nürnberg, München (alle 1998–2002) sowie in Neapel (2008), Madrid (2010) und Mailand (2013) realisiert wurden.
Zum Auftakt der Ausstellung hat am 27. Mai 2017 die finale öffentliche Entscheidung und Planung für den zu realisierenden Wunsch stattgefunden.

Vaduz, 27. MAI – DER ENTSCHEIDUNGSTAG

Am 27. Mai 2017 fand das im Rahmen der Ausstellung „Who Pays?“ durchgeführte Kunstprojekt „Rest-Münz-Aktion“ seinen vorläufigen Höhepunkt. 18 Personen trafen sich im Seitenlichtsaal des Kunstmuseum Liechtenstein, um gemeinsam zu erarbeiten, wie das während mehrerer Wochen gesammelte geistige und ökonomische Kapital nun ein- und umgesetzt werden soll.
Insgesamt 341 Wünsche sind so eingegangen, die zunächst nach acht Kriterien gefiltert wurden. Diese Kriterien (dem Gemeinwohl dienend, generationsübergreifend, durch Originalität bemerkbar in Liechtenstein und darüber hinaus, integrativ und Austausch fördernd, Potentiale für eine dauerhafte Wirkung bergend, umweltfreundlich, Freude bereitend, grösstmöglicher Hebeleffekt mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln) waren am 4. Mai von einem lokalen „Rat der Generationen“ erarbeitet worden. In einem von Michaela Hogenboom-Kindle und Elias Kindle moderierten Prozess sichtete die „Entscheidungsgruppe“ am Samstag die verbleibenden 16 Wünsche, identifizierte zentrale Themenfelder und gewichtete die Wünsche nach Interessen. Nach einem Nachmittag im Open Space-Format wurden fünf Wünsche vertieft behandelt und deren konkrete Umsetzung beschlossen. Für jeden zu realisierenden Wunsch übernahm eine der teilnehmenden Personen die Hauptzuständigkeit.

  1. Wunsch 1, eine öffentliche Tafel für Essen in Gemeinschaft und in Begegnung miteinander, soll am Welternährungstag, den 16. Oktober 2017, realisiert werden mit einer Einladung an alle Bewohnerinnen und Bewohner Liechtensteins. Besondersüberzeugend wirkte hier die Kombination von guter Ernährung, Begegnung im öffentlichen Raum, sozialem Engagement und dem gemeinsamem Organisieren des Buffets unter einem Thema mit weltweiter Brisanz.Für die Kommunikation erhält dieser Wunsch das gesammelte Franken-Restmünz (CHF 494.83).
  2. Zu Wunsch 4, Schutz der Landschaft und der Landwirtschaft soll in der Verfassung sichtbarer werden, beschloss die Gruppe, einen Vorschlag für eine Verfassungsergänzung zu erarbeiten. Dieser soll zusammen mit den Wünschen der BewohnerInnen zum Schutz und Erhalt der Natur den politischen EntscheidungsträgerInnen vorgelegt werden. Für das Erstellen eines Druckerzeugnisses dieses Textvorschlags sowie der Dokumentation der Wünsche gingen die 218.45 Euro-Restmünz an diesen Wunsch.
  3. Wunsch 211, „Ich wünsche mir, dass alle eingegangenen Wünsche auch unseren Politikern unterbreitet werden“, schloss synergetisch an diesen an, und beschlossen wurde ein systematisches Unterbreiten der Wünsche an die Landespolitik sowie die
    Gemeinden und Vereine.
  4. Der an 152. Stelle eingegangene Wunsch nach einem Ort, wo Menschen anderen ihre Talente vermitteln, ist in Planken bereits Realität. Es wurde vorgeschlagen, dass Planken zunächst den anderen Gemeinden einen Austausch über die bislang gemachten Erfahrungen anbietet, um ein solches Konzept möglichst in allen Gemeinden zu realisieren. Restmünz ist dafür nicht notwendig.
  5. Für Wunsch 217, „Ich würde den liechtensteinischen Restmünzberg als Kunstwerk verkaufen und den Erlös zur Realisierung eines Wunsches nehmen. Das bedeutet Wertsteigerung auf mehreren Ebenen“ wurden die ca. 6 Kilo Münzen in verschiedenen Fremdwährungen zur Verfügung gestellt.

BALZERS, 25. MAI – EIN AKUSTISCHER „FUSSABDRUCK“ DER WÜNSCHE

Heute haben wir den akustischen Fussabdruck der Wünsche und Visionen von Liechtenstein versucht. Es waren ca. 20 Menschen da. Gerade nach der Pause wurde es sehr ehrlich und offen – d. h. es kam folgendes: Die Wünsche räsonieren nicht mit den Leuten, sondern werden als bedeutungslos empfunden. Es bewegt die anderen nicht, was Mitmenschen wünschen. Nur die Präsenz der anderen Menschen wog etwas und mit dem authentischen Fühlen machten sich Emotionen breit … Scham, Schwere, Trauer, Ratlosigkeit … aber auch Fragen, Provokation, ein bisschen Spiel und Lust. Die Frage war, was sich hier zeigen will und was im Raum ist. Es musste nichts hinzugefügt oder ergänzt werden, der Wunsch nach der „genialen“ Idee für die gemeinsame Zukunft bedarf erstmal offensichtlich einem Erfühlen des Jetzt.

SB

BALZERS/TRIESEN, 24. MAI

Heute endet meine dialogische Erforschung von Liechtenstein. Mein erstes Gespräch war in Mauren in einer Bäckerei, mein letztes endete in einem VW Käfer zwischen Triesen und Vaduz.
Jede Woche hatte inhaltlich einen Schwerpunkt und so war diese Woche für mich geprägt von spirituellen Wünschen, die die eigene Haltung zur Welt thematisiert haben. Friedrich Dürrenmatt sagte einmal: „Was wir brauchen ist nicht eine Zukunft, wir brauchen eine Gegenwart. Wir dürfen nicht alles auf die ungeborenen Enkel schieben.“ Gegenwart hat für mich viel mit dem Hiersein zu tun, in dem man sich verhält und nicht alle die ungelebten Dinge auf den Raum/Zeit vor einem verschiebt. Es wäre ja auch interessant, diese Zukunft nicht vor sich zu denken, sondern hinter sich. Vor sich, das ist Bekanntes, das ist Vergangenheit. Hinter sich, das ist Ungesehenes, Unbekanntes.

SB

TRIESEN/BALZERS, 23. MAI

Ich lese einen grossartigen Text zu dieser Thematik von Heimat, Natur und Raumplanung von einem lokalen Autor. Hier ein paar Auszüge:

„Der Begriff Heimat war lange belastet, weil man ihn seit der Nachkriegszeit mit nationalistischen und rassistischen Theorien assoziierte. Heimat verbindet aber ohne solchen Missbrauch wichtige Elemente des Lebens; Heimat schafft Brücken zwischen Natur und Kultur. Als Reflex auf die teils beängstigenden Zeichen der wachsenden Globalisierung könnte sich eine rückwärtsgewandte «Heimatsehnsucht» ergeben. Allein mit Abwehrreflexen lässt sich aber auch in der Berggebietspolitik wenig lösen. Gefordert ist eine Auseinandersetzung, und es gilt immer, das Ganze im Auge zu behalten. Heimat soll nicht nur mit Versatzstücken wie etwa einem an die Hauswand geschlagenen Wagenrad inszeniert werden. Zu wünschen ist eine Auseinandersetzung mit dem Hier und Jetzt. Heimat ist dort, wo wir Verhaltenssicherheit erfahren, und zwar im Umgang mit Dingen, Zuständen und Menschen. Heimat festigt sich dort, wo wir vertraut sind, wo wir um die Verlässlichkeit von konkreten Lebensverhältnissen wissen. Kennen aber unsere Generationen, die sich in das vermeintliche Idyll ihrer individuellen Behausung, umgeben von Thujahecken, zurückziehen, noch die Nachbarschaft und den Gegenhang, auf den wir jeden Tag blicken? Tragen wir als Gemeinschaft noch genügend zu einem so verstandenen nötigen Heimatbegriff bei?“

„Unser zunehmender Rückzug von öffentlichen Anliegen und eine wachsende Politikverdrossenheit lassen daran zweifeln. Den nötigen Gemeinschaftssinn wieder zu stärken, wie wir ihn einst in Allmenden und Genossenschaften entwickelten, ist darum eine wichtige Aufgabe.“

„Natur ist die Quelle für Ehrfurcht und Staunen, ohne die es keine menschliche Vorstellungskraft geben kann, und ohne menschliche Vorstellungskraft würde das Bewusstsein verkümmern,
meinte einst der Soziologe und Ökonom Jeremy Rifkin.“

„Ich wohne in einem solchen Transittal, das sich vom deutschen Bodenseeraum in Richtung San Bernardino streckt: das Alpenrheintal. Prägend wirkte hier das Auftrennen des Rheins durch Dämme und das Beschleunigen der Mobilität durch die Autobahn. Mit dem durchgängig kanalisierten Rhein und der flankierenden Autobahnführung entstand eine Hierarchie der gestaltgebenden Elemente in der Talsohle. In ihr nehmen die vom Menschen erst im letzten Jahrhundert gesetzten baulichen Akzente die höchste Rangstufe ein. Die Diffusion urbaner Merkmale im ländlichen Raum wird gefördert, während wir meinen, noch auf dem Land zu wohnen. Der Strassenbau erwies sich als Türöffner für die Zersiedlung. Nicht die Raumplanung hat den Raum gestaltet, es war die Mobilität. Der Mensch sollte sich folgerichtig weniger auf viele Kilometer im Transit, denn auf ein Verweilen ausrichten, eine Kultur des Vertikalen statt des Horizontalen suchen, sich beispielsweise mehr um seine eigene Heimat mit ihren Eigenheiten kümmern und diese bewusster erleben und pflegen. Damit ist der Kreis zum Begriff der Heimat geschlossen.“

Mario F. Broggi, in „Alpen-Blicke.ch – Heimat, Energie, Freizeit, Transit“,
herausgegeben von Hans Peter Jost, Scheidegger & Spiess, Zürich, 2017

SB

VADUZ, 21. MAI

Vorbehaltloses Werden ist das, was ein solcher Kunstprozess sich erlaubt. Es dürfen sich Dinge zeigen, es sollen sich sogar Dinge zeigen. Aushalten muss man, dass man solche Wahrheiten vorab nicht kennt, dass sie ehrlich und unangenehm sein könnten, aber auch eine positive Überraschung. Bisher habe ich sehr gute Erfahrungen damit gemacht, wenn sich vor Ort ein Raum auftut, um das Potential gemeinsam zu betrachten.
Hier höre ich Wünsche an einen solchen Prozessausgang: Der Tenor des Endes sollte energetisch so sein, dass die Menschen, die Wünsche beigetragen haben, respektiert werden. Was tut dem Land wohl: Kraft, Mut, Bewegung. Zelebrieren von dem, was man gut findet. Kann man die Offenheit aushalten, nicht zu wissen, was sich zeigen wird? Ich habe in dem Sinne keine Erwartungen an ein solches „Ende“, ich weiss aus Erfahrung, dass Potentiale sich oft auf unerwarteten Wegen zeigen und dass Prozesse infektiös sein können. Mit Inkubationszeiten.

SB

VADUZ, 20. MAI

Wir haben ca. 300 Wünsche im Pool, 16 sind in der engeren Auswahl, nachdem die 8 Filterkriterien angewandt wurden. Ca. 500 CHF sind in den Sammelstellen, d.h. es geht im Grunde darum, einen Wunsch ohne Geld zu realisieren (mit „Portokasse“).
Wir haben am 27. Mai fünf Stunden Zeit, davon sind eine Stunde Einführung und die letzte Stunde wird Résumé sein. D.h. es sind drei reale Stunden Zeit, um miteinander zu arbeiten. Das Moderationsteam sieht sich vor folgenden Herausforderungen: Es kommen eventuell mehrheitlich die, die eh schon sehr aktiv im Land sind. Da es sich um anonyme Wünsche handelt, wird es spannend werden, ob jemand die Leidenschaft für einen Wunsch übernimmt. Für wen ist es und wer macht es? sind ihre Fragen. Was, wenn alle weiterdenken wollen, aber niemand will den Wunsch realisieren am Ende? Sie fänden es schade und auch energetisch nicht gut, wenn es in einen Tag Diskussion ohne Aktion mündet.

SB

RUGGELL, 19. MAI

Wir haben ein Liebes-Problem in Liechtenstein. Das war heute in der Sammelstelle vor dem REC in Rugell.

SB

VADUZ, 19. MAI

Es sind nun 15 Wünsche durch den Kriterienfilter gegangen. Ich frage zwei Personen, nochmal alles zu lesen und zu schauen, ob wir einen Wunsch übersehen haben. Wunsch 4 kommt noch hinzu. Es zeichnen sich nun drei Themenfelder ab, die wir folgendermassen benennen:

  1. Publizität: Der Wunsch, als Individuum in der Gemeinschaft mit seinem Beitrag gehört zu werden (Wünsche als Skulptur, als Fest, als Werbung, als …)
  2. Soziale Sicherheit: „Mangelerkennung“ bestimmter Bedürfnisse und der Wunsch, dass diese behoben werden
  3. Ökologie als Mandat: Genuss und Pflege, Notwendigkeit der Bewahrung und Achtung der Natur als Basis von allem (Nahrung, Bewegung, Platz, Freiraum, Kraftort, Erholung, Gesundheit)

SB

VADUZ, 11. MAI

Ich habe ein Gespräch mit zwei HoiQuote-Frauen und verstehe mehr von dem politischen Wahl-System hier und warum es für die geeigneten Frauen wirklich eine Frage ist, ihre Zeit evtl. in einem solchen Verfahren zu verschwenden oder doch lieber woanders einfach erfolgreich zu agieren.

Ich lese über die Quote in der Politik in Deutschland:

Die Grünen beschlossen bei ihrer Parteigründung 1979 eine Frauenquote: Mindestens die Hälfte aller Ämter sollen weiblich besetzt sein. Die SPD beschloss 1988 eine 33-Prozent-Geschlechterquote für Ämter und Mandate und steigerte diese 1998 auf 40 %. Die CDU diskutierte im Dezember 1994 einen Anteil von einem Drittel und führte 1996 ein sogenanntes Frauenquorum ein. Die Partei Die Linke beschloss eine Frauenquote, die vorsieht, dass alle Ämter mit einem Frauenanteil von mindestens 50 % besetzt werden, genau wie die Reservelisten zu den verschiedenen Parlamentswahlen. Die Quoten führten dazu, dass die Frauenanteile in den Führungsgremien aller dieser Parteien deutlich über den Frauenanteilen unter den Mitgliedern der jeweiligen Partei liegt. Seit der Einführung von Quotenregelungen ist der Frauenanteil im deutschen Bundestag, der seit der Gründung der Bundesrepublik bis zum Jahre 1987 durchgehend maximal 10% betrug, relativ kontinuierlich angestiegen und beträgt in der geltenden Legislaturperiode 36%. Die CSU hat an ihrem Parteitag am 29. Oktober 2010 beschlossen, dass künftig oberhalb der Orts- und Kreisverbände in den CSU-Gremien 40 % der Ämter mit Frauen besetzt werden. Auf Orts- und Kreisebene gilt die Regelung als unverbindliche Empfehlung.“

Artikel zur Frauenquote auf Wikipedia

Wir sprechen noch über die Strategie der Guerrilla Girls, die mit Humor, Werbung und Statistiken dieses Thema in der Kunst seit 1985 angehen und das mit Erfolg. Die Guerrilla Girls ist eine seit 1985 ursprünglich anonym operierende feministische Künstlerinnengruppe, deren Ziel es ist, Sexismus und Rassismus in der Kunstwelt zu bekämpfen. Die Guerrilla Girls tragen Gorillamasken, um den Fokus auf ihr Handeln und Schaffen zu richten, nicht auf ihre Person als Individuen.

Ich höre noch einen wunderbaren Satz von einer Österreicherin, die sich seit 40 Jahren hier ehrenamtlich in diversen Bewegungen engagiert: „Ich fühle mich sehr geliebt hier, nicht von spezifischen Menschen, aber vom ganzen Feld!“ Ich glaube, ein gemeinsames Engagement für Dinge, die einem am Herzen liegen, das schafft dieses Liebes- und Zugehörigkeitsgefühl.

SB

VADUZ, 10. MAI

Marshall Rosenberg (Gewaltfreie Kommunikation) sagt: „Depression ist die Belohnung fürs Bravsein!“ Das zitierte Christian Felber in seinem Vortrag über Gemeinwohlökonomie in der Zukunftswerkstatt. Gleichzeitig schnauben abends einige Liechtensteinerinnen in Empörung angesichts der Tatsache, was der Besuch eines Deutschen wieder an schrägem Aussen-Image für Liechtenstein mit sich gebracht hat. Warum wurde ausgerechnet Uli Hoeness zu „Meet the President“ eingeladen? Ich lese im Netz dazu: „Hoeness sprach am Montag in Vaduz im Restaurant inmitten des fürstlichen Rebberges vor Geschäftsleuten auch über seine Verurteilung im Jahr 2014 durch das Landgericht München wegen Hinterziehung von 28,5 Millionen Euro Steuern. Sätze wie, er sei der einzige Deutsche gewesen, der Selbstanzeige gemacht habe und trotzdem im Gefängnis gewesen sei, wurden von deutschen Medien aufgegriffen. Bayern-Präsisent Uli Hoeness habe sich über seine Haftstrafe beklagt, schrieb Spiegel online. Hoeness wird mit dem Satz zitiert: „Freispruch wäre völlig normal gewesen.“ „Dreister Auftritt in Steuer-Oase“, titelte die deutsche Zeitung Bild am Donnerstag auf der Frontseite. „Muss Uli Hoeneß zurück ins Gefängnis? Nordrhein-Westfalens Justizminister Thomas Kutschaty könnte sich dieses Szenario offenbar gut vorstellen. Der SPD-Politiker hat in der Bild eine Warnung gegen den Bayern-Präsidenten ausgesprochen: ‚Er sollte sehr vorsichtig sein. Denn er steht unter Bewährung. Und bei solchen Äußerungen kann man schon den Widerruf der Bewährung prüfen.“ „Offensichtlich haben 21 Monate in einem bayrischen Luxusknast mit Wochenendurlauben und Aufenthalten in der Schön-Klinik am Starnberger See nicht die gewünschte Wirkung gezeigt. Im Steuerparadies Liechtenstein macht er sich über die ehrlichen Steuerzahler lustig“, sagte Kutschaty gegenüber der Bild-Zeitung.“

SB

«WAS WIR WIRKLICH WOLLEN … »

Heute fand der letze von 9 Workshops aus der Reihe «Was wir wirklich wollen … » mit der Künstlerin Susanne Bosch und dem Vermittlungsteam des Kunstmuseums statt. Die Workshopreihe, rund um Ideen, Wünsche, Visionen für eine gemeinsame Zukunft knüpft an die Arbeit «Restpfennigaktion – Weil jeder Pfennig Teil einer grossen Idee ist» von Susanne Bosch an, die auch in der Ausstellung «Who Pays?» im Kunstmuseum Liechtenstein zu sehen ist.

Ausgehend von dem Kunstwerk und im gemeinsamen Gespräch mit der Künstlerin eröffnet sich ein thematisches Feld über Geld, Wohlstand, Konsum, Werte und Visionen von einer lebenswerten Zukunft … wichtige und aktuelle Themen, die Jugendliche betreffen und bei denen sie als ExpertInnen des Alltags und der Zukunft gefragt sind.

Gleichzeitig ist Raum Susanne Bosch persönlich kennenzulernen und mehr über ihre Arbeits- und Lebensweise zu erfahren.

Mit kreativen Methoden und im gemeinsamen Prozess entwickeln und diskutieren die Jugendlichen Ideen, Wünsche und Visionen für eine gemeinsame Zukunft. Es besteht die Möglichkeit anschließend diese Ideen sichtbar und performativ in den Außenraum zu bringen.

VADUZ, 6. MAI

Heute gab es eine dialogische Führung durch das Beuys Archiv mit Rainer Rappmann, Nico Stockmann und ca. 8 Besucherinnen. Es tun sich anhand von Beuys Fragen auf: Was sind Kriterien des Gelingens, wenn es um Gestaltung des sozialen Zusammenhangs geht? Der Parallelprozess von sinnlich sichtbaren Produkten und der sozialen Plastik, dem Konzeptuellen oder bei mir der dialogischen Performance … Geht es da um Schönheit, um schön gestaltete Situationen, immer in Annäherung zwischen Möglichkeit und Realität?
Es kommen Gedanken auf zur Rolle von Kunst in Gesellschaftssituationen: Wir brauchen Poesie zur Veränderung. Diese ewig effizienten Gedanken muss man mal in Frage stellen. Uni-Professor und Künstler Gleen Loughran in Dublin sagte kürzlich, die Natur von sozial engagierter Kunst ist zutiefste Ineffizienz. Es geht um Austausch, um einen Freiraum zur Entwicklung von Zukunftsmodellen, Kultur bringt ständig Dinge hervor, die anschliessend in der Zeit gesellschaftsfördernd werden. Kunst als letzter Denkfreiraum?

SB

BUCHS/WERDENBERG, 5. MAI

Mein Wunsch, nämlich Liechtenstein mal von der anderen Seite zu sehen, geht ohne zu planen in Erfüllung. Ich werde zu einem wunderbaren Mittagessen eingeladen und einem Spaziergang hinter Werdenberg, um dort über die Rest-Münz-Aktion, aber eigentlich über Liechtenstein zu sprechen. Das Wetter ist so wunderbar und auf einmal sehe ich nicht nur die Schönheit der Schweizer Seite, sondern auch die wunderbare Kulisse, die Liechtenstein auf der anderen Seite der Berge liefert. Mein Gesprächspartner macht für mich eine hochinteressante Bemerkung zu der Aktion. Seine Nachbarinnen nach ihren Wünschen befragend, stellte er fest, dass es vielmehr um Bedürfnisse als um Wünsche geht. Wir versuchen den Unterschied zu klären. Ist „Ich möchte (über)leben“ ein Bedürfnis und „Ich möchte gut leben“ ein Wunsch?

Im Folgenden gab es noch bei uns beiden Nachgedanken: Hier habe ich noch ein schönes Beispiel zur Definition Wunsch und Bedürfnis (meine Definition und nicht die von Wikipedia): „Ich habe das Bedürfnis, gute Musik zu hören. Was Leonard Cohen auf seiner CD Ten New Songs singt ist ein Wunsch: „May the lights in The Land of Plenty Shine on the truth some day.“

SB

DER RAT DER GENERATIONEN

Am 4. Mai traf sich der „Rat der Generationen“ und entschied sich für folgende acht Kriterien zur Auswahl von Wünschen, die am 27. Mai auf ihre Realisierbarkeit diskutiert und entschieden werden. Dies sind die Kriterien:

  1. dem Gemeinwohl dienend
  2. Generationsübergreifend
  3. durch Originalität in FL und darüber hinaus bemerkbar
  4. integrativ und Austausch fördernd
  5. Potentiale für ein dauerhafte Wirkung bergend
  6. umweltfreundlich
  7. Freude bereitend
  8. ein grösstmöglicher Hebeleffekt mit den zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln

Die infrage kommenden Wünsche sind in der Farbe PINK markiert

Der Prozess war sehr interessant dank Elias und Michaela von der Symbiose, die das Ganze moderiert haben. Klasse war, dass wir von 15 bis 88 alle Altersstufen dabei hatten und eine breite Mischung an Bewohner*innen aus Liechtenstein sowie der Schweiz.

TRIESENBERG, 3. MAI

Ich bin zurück in Triesenberg und lausche bei schwarzen Tee den wunderbaren bildhaften Erzählungen. Den Himmel bei der Prozession tragen, ging für einen prominenten Liechtensteiner nicht mehr, nachdem sich herausstellte, dass er Besitzer eines Puffs in Innsbruck ist. Aber die Leute vor Ort wissen das und gehen damit um. Immer wieder dieses Phänomen, dass ich beim Zuhören merke, ich kann die Linie nicht nachvollziehen, wo eine tolerante Zone endet und wo man Korruption und moralisches Fehlverhalten scharf verurteilt.
In Gamprin treffe ich abends zwei Jungs am verwaisten Grossabünt, die interessiert zu dem Projekt zuhören und anschliessend Restmünzeinwerfen.

SB

NATUR, 2. MAI

Einmal muss ich etwas dazu schreiben: ich geniesse unendlich, immer und immer wieder mit dem Fahrrad durch die Natur zu fahren, ich werde es nie müde, diese wunderbaren Wiesen zu bestaunen, den Frühling, die Störche, abends zirpen unendlich viele Grillen, mittlerweile kenne ich nun auch schon den warmen Wind des Föns, den „Rebenkocher“ wie jemand zu mir sagte. Strassenbau-Arbeiter hoben vor Kurzem morgens für mich mit dem Bagger ein gelbes Rohr in die Höhe, damit ich untendurch radeln konnte. Obwohl das Land so begrenzt, man nie aus der Zivilisation weg und auch kein Stück Natur nicht gepflegt ist, werde ich hier sehr bewegt von dem Panorama, dem Wetterspiel und dem, was sich ganz direkt neben, unter und vor mir auf dem Boden abspielt. Mein Gemüse hole ich vom Selbstabhol-Laden in Mauren und ich fahre direkt durch die Äcker heim. Es schmeckt alles ausserordentlich frisch und nahrhaft. Würzig. Wie schwerer, reicher Boden. Ich kann also sehr gefühlt nachvollziehen, wenn Menschen mit mir über ihren Bezug zur Natur hier sprechen.

SB

TOSTERS-LIECHTENSTEIN-BUCHS, 1. MAI

Ich wache schon auf mit dem Üben von Harmonie Musikern. Es regnet, es ist kühl, es ist ein richtig ungemütlicher Montag. Ich habe eine Verabredung zu der ich einen Zug von Buchs bekommen muss. Ich fahre also mit dem Rad durch Riet, zu meiner üblichen Bushaltestelle in Mauren, um von dort den Bus nach Schaan zu nehmen, um von daraus den Bus nach Buchs und den Zug nach Zürich zu erwischen. Daraus wird leider nichts. Ich wundere mich erst nach fünf Minuten, warum kein Bus kommt und sehe dann den Zettel, der besagt, dass heute wegen einem Radrennen kein Bus hier verkehrt. Also schwinge ich mich auch aufs Rad und radle mein 1. Mai Radrennen nach Schaan wo mir der 12-er Bus vor der Nase wegfährt. Also radle ich weiter nach Buchs, schliesslich sind es nur sieben Minuten mit dem Bus von Schaan nach Buchs. Dort angekommen, bin ich nass geregnet von aussen und nass geschwitzt unter meinen Regenklamotten. Und der Zug fährt vor mir vor der Nase weg. Mein Drei-Länder-Radrennen unter einer Stunde habe ich erfolgreich absolviert und kann es noch Stunden nicht fassen, dass ich trotzdem nicht wirklich weit gekommen bin. Der Soziologe Hartmut Rosa spricht von unserem Weltreichenweiten-Vergrösserungsdrang, der uns vom Gehen zum Fahren zum Fliegen bewegt, um unseren geographischen Horizont zu erweitern. Unsere Lust und Verlangen, die Welt zu erleben, zu vereinnahmen, zu verstehen.

SB

Triesen, 30.4.

Immer wieder höre ich so unglaublich interessante Geschichten darüber, wer sich in Liechtenstein der 1930er und 1940er alles angesiedelt hat, wie es biographisch dazu kam, dass sich hier Barone und Adel aus aller Welt eine Staatsbürgerschaft kauften, dass ungeheuer luxuriöse Villen entstanden und auch dubiose Persönlichkeiten hier unterkamen. Und das in einer Zeit, als um Liechtenstein herum alles im Umbruch war, das Land selber aber scheinbar völlig unberührt davon in seinem lokalen täglichen Sein alles in sich aufnahm. Neben diesen glamourösen Erscheinungen kann man vielleicht sagen, es ging darum, ein Stück Sicherheit und Geborgenheit irgendwo in Europa zu finden, dass als neue Heimat dienen konnte für all diejenigen, die ihren Platz verloren hatten. Ich las dazu im Netz: „Für Zickert waren 1931 zwei Gründe ausschlaggebend für seinen Domizilwechsel von Deutschland nach Liechtenstein. Diese erläuterte er im September 1931 in der neunten Nummer seiner Zeitschrift Wachet auf! Aktuelle Wirtschaftskorrespondenz folgendermaßen: »Die gegenwärtigen wirtschaftlichen Zustände in Deutschland erfordern ein starkes Maß von Kritik, einer Kritik an allen Stellen, die für die bisherige Leitung der öffentlichen und privaten Organisationen verantwortlich sind… Zweitens liegt ganz Deutschland unter einem schweren psychologischen Druck, dem sich kaum jemand entziehen kann, der aber dazu führen kann, dass die Gegenwart oder die Zukunft falsch gesehen wird. Wer ein wirklich freies, objektives Urteil erhalten will, muss sich deshalb dieser ganzen Atmosphäre entziehen und einen freieren, weiteren Blick gewinnen, die Meinungen des Auslandes auf sich wirken lassen.« http://www.sommerlad.li/projekte/zickert-haus/

SCHAAN, 26. APRIL

Ich lese im Jahrbuch 2015 des Literaturhaus Liechtenstein, Thema „Prekär: Stimmen aus dem Tiefparterre“. Das passt zu meiner Woche in Schaan, die diverser nicht sein könnte an Orten und Menschen, denen ich zuhören darf. Wie noch nirgendwo anders verstehe ich hier das Wort „working poor“:

„Die Politiker in Liechtenstein stehen an den Seitenlinien, wollen die Entwicklung weiter beobachten, wenn Firmen auf breiter Basis Löhne reduzieren und nur noch in Euro auszahlen. Die Arbeiter fühlen sich so nicht geschützt. Wir alle müssen den Gürtel enger schnallen, war bei der Landtagseröffnung zu vernehmen. Alle? Bisher trifft es die weniger Verdienenden und weniger Vermögenden. Die Reichen wurden schon vor Jahren beschenkt, indem Kapitalgewinne, Dividende, Erbschaften (…) nicht besteuert werden.“ Kranz, W. ( 9.11.2015). Eine Lobby für die weniger Privilegierten. Teil 1. Liechtensteiner Vaterland.

„Prekarität hat bei dem, der sie erleidet, tief greifende Auswirkungen. Indem sie die Zukunft überhaupt im Ungewissen lässt, verwehrt sie den Betroffenen gleichzeitig jede rationale Vorwegnahme der Zukunft vor allem jenes Mindestmaß an Hoffnung und Glauben an die Zukunft, das für einen vor allem kollektive Auflehnung gegen eine noch so unerträgliche Gegenwart notwendig ist.“ Bourdieu, P. (2004). Gegenfeuer (Edition discours, Bd.37). Konstanz: UVK-Verl.-Ges., Seite 1.

„Arbeitslose und Arbeitnehmer, die sich in einer prekären Lage befinden, lassen sich kaum mobilisieren, da sie in ihrer Fähigkeit, Zukunftsprojekte zu entwerfen, beeinträchtigt sind.“ Bourdieu, P. (2004). Gegenfeuer (Edition discours, Bd.37). Konstanz: UVK-Verl.-Ges., Seite 2.

SB

VADUZ, 25. APRIL

Am Sonntag hatten wir zu einem Brunch ins Museum eingeladen, mit dem Thema des guten Lebens, basierend auf dem Buch „Das Konvivialistische Manifest – Für eine neue Kunst des Zusammenlebens“. Mit ca. 15 Menschen ging es darum, in kleine Gruppen über die gefühlten Qualitäten zu sprechen, die uns ein Empfinden geben, dass wir Teil einer Weltengemeinschaft sind, was uns nährt, was uns aufregt, was wir tun, wie wir damit umgehen. Mit „wir“ meinten wir einen Austausch der Individuen mit anderen.

Von einer Freundin kommt eine interessante Resonanz auf die Themen „Visionieren als Kritik“, „ Basisbedürfnissen“ und „Gemeinschaftssinn“:

Das ist allerdings sehr interessant, dass du schreibst, dass das Visionieren als Kritik (manchmal) empfunden wird. Wir sind das ja gewohnt, von den moralischen (religiösen) Idealismus, dass es ein ständiges „Die Welt und der Mensch ist nicht gut genug“ ist. In diesem Narrativ hat es irgendwann Frieden gegeben, dann gab es einen Bruch, der quasi der Ausstoß aus dem Paradies war und ab da ist die Welt verkommen. So streben wir in dieser Geschichte nach der Rückkehr ins Paradies, der Wiederkehr des Messias und der endgültigen Gerechtigkeit. Da dieser Moment, das Ideal, nie eintritt und immer im Jetzt ist und das Jetzt nicht gut genug ist, ist es ein ziemlich unzuFRIEDENes Jetzt.

Du schreibst von den Basisbedürfnissen, ich vermute, du beziehst dich auf Abraham Maslows Bedürfnispyramide? Wusstest du, dass Abraham Maslow gegen Ende seines Lebens erst „gestanden hat“, das er die Idee der Grundbedürfnisse aus dem Chakrensystem abgeschaut hat und aus einem System, in dem alle Elemente eine gleichwichtige Rolle spielen, eine Hierarchie gemacht hat, mit wichtigeren und weniger wichtigen Bedürfnissen? Gegen Ende seiner Forschungen kam er immer mehr zum systemischen Gedanken zurück – sodass die sozialen Bedürfnisse (Anerkennung, Liebe, Konvivialismus) und die spirituellen Bedürfnisse (Schönheit, Transzendenz, die allumfassende Kraft des Lebens, Sinn…) für ihn wieder als genauso wichtig erkennbar wurden wie die Sicherheit, Futter…

Was ich damit sagen will ist eigentlich: Ich glaube ich kann das irgendwie verstehen, dass die Leute das Visionieren zu leicht mit einer UnZUFRIEDENheit verwechseln.

Falls es auch um die Identifikation mit Fürst, Vaterland und Religion geht: Man könnte das auch als einen Gemeinschaftssinn betrachten, der eben mit einer bestimmten Strategie befriedigt wird (exklusive Identität), die aber der Gemeinschaft nicht immer zuträglich ist…. Fragen stellen, die auf den Zugrunde liegenden universelleren Gemeinschaftssinn hinzielen? Dort die visionäre Kraft anstoßen und vielleicht nicht einmal in die Form überführen, sondern diesen Prozess dann wirken lassen? Die spirituellen Bedürfnisse anregen im Erleben von der Schönheit und Harmonie im Jetzt.

 

SB

24. APRIL

„Man schafft niemals Veränderung, indem man das Bestehende bekämpft. Um etwas zu verändern, baut man Modelle, die das Alte überflüssig machen.“
Richard Buckminster Fuller

Was weiss ich mehr als Zuhörende über die Liechtenstein und sein brachliegendes Ideenkapital, frage ich mich nach jedem Gespräch. Ein Freundin schreibt mir dazu: „Es sind deine Fragen am Ende und deine Antworten. Du bist die Pflanze die du ziehst, der Rest sind „Beikräuter“. Wie in jedem Garten. Und Garten wächst über Jahre und Gärtner werden mit der Zeit besser so wie ihr Garten. Das ist eine Lebens-Liebesbeziehung. Geduld.“ Mein Freund Christian Hörl erinnert mich an eine Zeichnung, die ich für St Arbogast gemacht habe, die eines wilden Bienenstocks. Wer bringt da beständig den Honig ein, den das Volk nährt?

SB

23. APRIL

„Banknoten sind Wertpapiere auf dem Weg zu ihren Papierwerten“ ist ein Spruch auf einem Multiple des Künstlers Hanspeter Leibold in Triesenberg. Es sei die Kunst der Banker uns klar zu machen, dass Geld mehr ist als das Papier und der Druck. Christina von Braun sprach in ihrem Vortrag darüber, dass die Symbolik des Geldes heutzutage notwendig ist (Tempel, Götterabbilder, …), um uns kollektiv auf den Glauben ans Geld einzustimmen. Denn es ist an keinen realen Gegenwert mehr gebunden und Sätze wie „Die Banken haben im Moment viel zu viel Geld“ sind nur vor dem Hintergrund überhaupt zu verstehen.

SB