About nico

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WUNSCH 242

2017-07-10T07:24:52+00:00

Ich wünsche mir für Nendeln, dass der Verkehr auf der Hauptstrasse reduziert wird, der das Dorf in zwei Teile teilt. Ein Prinzip könnte das gleiche Verkehrsrecht sein, wo Autos, Fussgänger und Fahrräder die gleichen Rechte haben. Die Holländer praktizieren dieses Prinzip: Da die meisten Autofahrer auch regelmässig mit dem Rad unterwegs sind, behandeln sie Radfahrer wie gleichwertige Verkehrsteilnehmer.

WUNSCH 241

2017-07-10T07:25:48+00:00

Wir verhandeln hier verschiedene Dinge, so z.B. mit dem Fl.A.Ch-Projekt eine Zugverbindung zwischen allen drei Ländern. Es geht um 6 Kilometer, aber historisch verbindet die Liechtensteiner nichts mit dem Schienenverkehr. Also bewegt sich nichts, obwohl das von so vielen gewünscht wird, absolut möglich wäre und auf vielen Ebenen progressiv wäre.

Auch verhandeln wir nun seit 30 Jahren den Versuch, die katholische Kirche und den Staat zu trennen. Katholizismus ist bei uns Staatsreligion und alle Kosten der Kirche werden bisher vom Staat gedeckt. Das Erzbistum konnte sich bisher mit neun der elf Gemeinden auf eine vermögensrechtliche Entflechtung einigen.

Die besten Arbeitgeber hier sind die Banken und Hilti. Wir würden ja eine Aufweichung der Einwanderung begrüssen, diese rigorose Angst vor Überfremdung haben wir nicht. Das Klima wäre anderes, wenn alle, die hier wohnen wollten, das auch könnten.

WUNSCH 240

2017-05-23T12:09:03+00:00

Liechtenstein hat historisch keine auffällige Architektur und wurde im Krieg nicht von Zerstörung betroffen. Es hat durch Vertrauen in die Struktur viel fremdes Kapital erhalten. Die junge Generation unterschätzt das grosse Kapital, welches im Verzicht liegt, das Improvisieren mit bescheidenen Mitteln. Auch in der Kunst hat sich das übersetzt, man war in der Lage, mit bescheidenen [...]

WUNSCH 239

2017-05-23T12:06:21+00:00

Geld alleine bestimmt nicht alles. Der Nährboden von Ethik und Nachdenken ist Kultur und auch eine Kultur der Freiwilligkeit, die einem Sinn, Würde und Selbstachtung gibt. Engagement macht zudem Spass. Die grosse Chance von Liechtenstein ist die Vorbildfunktion, die es als Land einnehmen könnte. Bürgerinnen und Bürger gestalten dieses Land mit und übernehmen Verantwortung. Verbesserungspotential sehe [...]

WUNSCH 238

2017-07-10T07:31:21+00:00

Ich bin sehr zufrieden, grundsätzlich sind wir ja reich und arm. Es ist schade, dass man die Armen hier nicht sieht. So denken alle von aussen, dass wir ALLE reich sind. Ich habe einen Job, eine Wohnung, ich kann Urlaub machen, ich könnte mich weiterbilden, ich bin neben dem Beruf künstlerisch tätig. Meine Mutter kam alleine mit fünf Kindern ohne meinen Vater hier aus der Türkei an. Ich konnte nicht alle Klassenfahrten mitmachen. Aber das war ok. Ich finde es schlimm, wenn man wirklich nichts hat.

Ich habe alles, was ich brauche und ich erlebe Zufriedenheit. Ich halte mich auch fern von den öffentlichen Medien, denn was die an Stimmung verbreiten, hat nichts mit meinem Erleben von Realität zu tun. Für Liechtenstein wünsche ich mir eine offenere und lockerere Haltung der Menschen.

WUNSCH 237

2017-07-10T07:33:52+00:00

Ich wünsche mir, dass wir mehr leben, was wir wirklich brauchen und das sind existentielle Bedürfnisse wie Wohnen, Essen und Kleidung. Ich wünsche dir, dass wir das leben, was wir er-träumen. Und das interessiert ja alle. Aber man muss das auch mal erleben und erfahren, sonst bleibt man im Träumen. Man braucht eine Art Schutzhütte für den neuen Zugang und das können z.B. Festivals sein, wo man zusammen kocht, arbeitet und lebt, wie das Morgenlandfestival hier. Neben dem, dass man eine gute Zeit miteinander hat, ist es aber auch so, dass es ja auch Tabuthemen und Barrieren gibt, über die man lernen muss zu sprechen miteinander. Hier ist in Liechtenstein die Sinn-Frage so hoch, das ist systembedingt und es gibt ein hohe Quote an Depression und Selbstmord. Ich wünsche mir ausserdem, dass eine Ökodorfgemeinschaft in Liechtenstein entsteht.

WUNSCH 236

2017-05-16T15:11:57+00:00

Eine Finanzbilanzierung erlaubt einen Blick in die Vergangenheit, Gegenwart und etwas in die Zukunft. In einer kleinen Gemeinde kann man in einem ganz persönlichen Umgang die Steuern regeln, man hat alle und alles im Blick und hat einen direkten Kontakt. Das ist sehr wichtig und wertvoll. Hier werden die Steuern noch in der Gemeinde direkt bearbeitet, [...]

WUNSCH 235

2017-06-24T18:30:40+00:00

Ich wünsche mir eine Gleichstellung der Frauen in der Politik und am Arbeitsplatz. „Frauen hinter den Herd“ ist nicht mehr zeitgemäss. In Schellenberg z.B. müsste man jetzt Geld in die Hand nehmen, damit es Mittagsbetreuung für die Kinder gibt. Für Frauen, die Vollzeit arbeiten. Ich wünsche mir, dass Frauen schaffen können, die Kinder versorgt sind und dass Akzeptanz dafür ist. Dass Mütter etwas zu sagen haben, auch in der Politik. Es dauert so lange hier, scheint so langsam. Man ist so zögerlich. Ich finde, es sollte auch Väterurlaub geben. Dass Frauen angeblich keine Frauen hier wählen, halte ich für nicht richtig. Das hat ganz andere systemische Gründe, dass Frauen hier so wenig durchkommen. Im Landtag braucht man ein hohes Bildungsniveau, eine gute Kommunikation und Gesprächspolitik. Bei Frauen ist generell immer noch die Frage, ob sie überhaupt gewählt werden, auch wenn sie all das erfüllen oder sogar übererfüllen. Auch fehlen Frauen in der Kommunalpolitik und in der Verwaltung.

WUNSCH 234

2017-06-24T18:29:31+00:00

Wir wünschen uns eine Gemeinwohlökonomie hier in Liechtenstein. Dafür wollen wir in 20 Jahren berühmt sein. Warum wollen wir eine alternative Wirtschaftsordnung, wo es uns doch „so gut“ geht? Wir haben nicht nur ein Verteilungsproblem, das auch bei uns langsam sichtbarer wird, wir leiden hier vor allem an einer umfassenden Systemkrise mit immateriellen Facetten, d.h. einer tiefen Sinnkrise. Warum dieser wenig steigende Stress und Wachstum?

WUNSCH 233

2017-06-24T18:27:35+00:00

Wir sehen in Liechtenstein eine chauvinistische und patriarchale Gesellschaftsstruktur. Im Landtag gibt es 22 Männer und 3 Frauen, das ist eklatant und wir sehen die Quote als Instrument, um diese Strukturen langfristig zu verändern. Die Quote kann gerne zeitlich begrenzt sein, sie ist als eine Brücke für Transformation gedacht genauso wie in anderen Ländern z.B. in Deutschland. Wir glauben nicht mehr an sanfte Massnahmen. Man kann auch feststellen, dass es komplett an einem Gefühl von Entrüstung fehlt, dass es sonnenklar sein müsste, dass alle Teile der Bevölkerung politisch vertreten sind. Es fehlt hier vielleicht etwas wie „urbanes“ Denken. Das Geschlechterrollendenken ist hier im Land noch extrem familienorientiert, wie in anderen Ländern in den 1960er Jahren etwa, obwohl wir es statisch mit 50% Scheidungen zu tun haben und mit extrem gut ausgebildeten Frauen, die aber oft nicht erwerbstätig sind. D.h. Wenn Frauen in die Politik kämen, dann müssten die Männer etwas abgeben, es gäbe gesellschaftliche Transformation, die Frauen würden mächtiger, kräftiger, mehr gehört, gleichwertiger verdienend und sicherlich 100% ernst zu nehmend. Männer scheinen Angst zu haben, dass sie Macht verlören. Diese Bilder müssen sich verändern. Familie kann für Männer kein Hobby sein und sie sind zu 100% zum Erwerb für eine Familie verpflichtet. Familienpolitik ist eine Gesellschaftsfrage im Allgemeinen und kein Frauenthema. Man fragt sich manchmal wie soviel Themen so dauerhaft verdrängt werden können, dass man nicht ständig stolpert. Dazu gehört auch zu sehen, dass wir arme Leute haben. Dass es für Männer und Frauen keine Wahl gibt nur 50% zu arbeiten, dass Männer nicht wirklich mehr anwesende Väter sein können, selbst wenn sie es wollten. Da Männer so viel Angst zu haben scheinen, müssen sie wohl überzeugt werden von neuen Erfahrungen und Bildern. Und die heissen dann, das System der Politik hier so zu verändern, dass es auch für Politikerinnen attraktiv ist; dass Bildung, Familie, Stand, soziales Verhalten und Aussehen als Massstab für Politikerinnen überdacht werden muss. Welcher Politiker hier wird nach seinem Aussehen beurteilt und wenn man das soziale Verhalten mancher Männer anschaut, dann fragt man sich, wie sie in solche repräsentativen Rollen erhoben werden konnten? Intelligente Frauen mit Drive und Energie hier in Liechtenstein haben kein Interesse, sich in einem System verheizen zu lassen, das so ein schwieriges Rollenverständnis hat und ihnen von vornherein nicht viele Chancen einräumt. Das ist doch Zeitverschwendung, sich da zu engagieren. Wir wünschen uns deshalb für die Zukunft: ein visionäres Liechtenstein mit Modellcharakter, wo Frauen und Männer gleichberechtigt regieren und wo der Mensch und nicht das Geld als Hauptziel im Fokus steht.